Mathe für Mamas: Mit Versteckspielen Sprache und Mathe fördern (Präpositionen/Raum-Lage)
Lernen mit Kleinkindern zählen + rechnen

Mathe für Mamas: Mit Versteckspielen Sprache und Mathe fördern (Präpositionen/Raum-Lage)

Meine Tochter liebt es, Verstecken zu spielen – hinter dem Bett oder der Gardine, im Schrank oder unter dem Tisch… Verstecken spielen ist wirklich einfach, kreativ und macht dazu noch unglaublich viel Spaß! Außerdem kann dieses Spiel wichtige Grundlagen schaffen, um Schwierigkeiten im Mathematikunterricht vorzubeugen. Denn Mathematik ist weitaus mehr als Zählen und Rechnen. Schon in den ersten Lebensjahren lassen sich mathematische Fähigkeiten aufbauen, die deinem Kind später in der Schule helfen werden. Was genau du und dein Kind beim Verstecken spielen alles lernen können, erklär ich dir in diesem Beitrag.

Also keine Scheu! Es ist auch wirklich ganz einfach!

Kuckuck, wo bist du?

Meine Tochter war erst ein paar Monate alt, als wir das Kuckuck-Spiel für uns entdeckt haben. Anfangs war ich diejenige, die sich hinter einem Mulltuch versteckt hat, um mein Baby beim Wegziehen zum Lachen zu bringen. Später fing meine Tochter an, sich selbst unter dem Tuch zu verstecken. Oder sie zog sich ihre Mütze über die Augen, versteckte sich in ihrem Pullover oder unter einer Decke. Heute spielen wir im ganzen Haus Verstecken und es macht immer noch riesig viel Spaß!

Doch was hat das Versteckspiel mit Mathematik zu tun?

Es ist die Sprache, die wir dabei verwenden. Man könnte meinen, wir bräuchten die Sprache vorwiegend, um in der Grundschule das Lesen und Schreiben zu lernen. Mathe, das seien eher Zahlen und Symbole. Aber das stimmt nicht! Sprache ist ebenso wichtig, um Mathematik zu verstehen. Beim Verstecken spielen geht es vor allem um die lokalen Präpositionen. Präpositionen? Das sind diese klitzekleinen Wörter, die z.B. eine Raum-Lage-Beziehung näher beschreiben: unter, überhinter, vor, neben, in, auf, zwischen

Olivia, bist du unter dem Tuch?“

„Versteckst du dich hinter dem Bett?“

„Ist der Teddy auf dem Schrank?“

Oder aber auch:

„Olivia, wo bist du?“
„Ich bin hier!“ 
Haha, kleiner Scherzkeks. „Was heißt hier? Bist du unter dem Stuhl?“
„Nein! Ich bin bei dem Tisch!“
„Ach du meinst hinter dem Tisch! Jetzt hab ich dich!“

Ich hoffe, die Beispiele haben dir ein bisschen deutlich gemacht, was ich meine. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jede Mama ihre eigene Art und Weise hat, mit ihrem Kind Verstecken zu spielen. Und das ist auch gut und richtig so! Wer gleichzeitig die mathematischen Fähigkeiten fördern möchte, achtet bei solchen Versteck- und Suchspielen auf die gezielte Verwendung der Präpositionen.

Diese lokalen Präpositionen braucht dein Kind nämlich später im Mathematikunterricht der Grundschule, wenn es den Zahlenraum begreifen will. Denn dafür müssen sich Kinder Zahlen vorstellen können, z.B. aufgereiht, wie an einer Kette, am sogenannten Zahlenstrahl. Durch solche Vorstellungsbilder lernt dein Kind, welche Zahl neben der anderen steht, welche vor oder hinter der Zahl kommt und welche dazwischen. Und je nach Vorstellungsbild, z.B. im 20er- und 100er-Feld, auch unter oder über der Zahl steht. Je besser und flexibler die Bilder im Kopf deines Kindes sind, desto einfacher fällt daraufhin auch das Rechnen in diesen Zahlenräumen.

Versteckspiel mit Spielsachen

Na klar, das Verstecken und Suchen macht auch mit anderen Spielsachen viel Spaß. Etwas Abwechslung tut immer gut! Wenn dein Kind noch klein ist, würde ich  aber trotzdem immer bei deinem Kind selbst anfangen. Für die kindliche Entwicklung ist es besonders wichtig, die verschiedenen Orte, wie unter dem Tisch, hinter dem Bett, in der Kiste, auf dem Stuhl, am eigenen Körper zu erfahren. Klettern, toben, Möbel rücken – alles erlaubt! So entsteht ein noch größeres Verständnis von der Verwendung der Präpositionen und den Raum-Lage-Beziehungen, wodurch es deinem Kind später leichter fallen wird, es auf Kuscheltiere, Spielzeug oder auch auf Zahlen im Mathematikunterricht zu übertragen.

Ich hoffe, ich konnte dir meine Mama-Mathe-Welt ein bisschen näher bringen. Lass mich unbedingt wissen, wie dir dieser Beitrag gefällt, denn ich schreibe noch ganz neu zu diesem Thema. Ich freu mich riesig über einen Kommentar von dir!

Viel Spaß beim Verstecken und Suchen!

Isabel

PS: Du suchst noch mehr Spielideen zur Förderung der Pränumerik? Dann schau doch mal in meinem Beitrag über Lernspielzeug vorbei!

  1. Das hast du schön beschrieben.
    Alle Eltern sollten deinen Blog lesen 🙂
    So wird einem bewusst was man im Alltag tun kann um ein Kind zu fördern ohne spezielle Termine!

  2. Sabine

    Hallo Isabel, wieder was gelernt. Meine Tochter ist in der zweiten Klasse und tut sich sehr schwer in Mathe. Dein Beitrag war sehr interessant. Das ist mir alles gar nicht so bewusst, was das für Auswirkungen haben kann. Toll!

    • Hallo Sabine,
      ja man glaubt gar nicht, worin im Alltag sich überall Mathe verstecken kann. Danke für deine Rückmeldung, ich freu mich sehr, wenn das Thema auf Interesse stößt! Und deiner Tochter wünsch ich alles Gute! Vielleicht schreib ich auch mal über Mathetipps für etwas ältere Kinder. 🙂

      Liebe Grüße,
      Isabel

Ich freu mich über deinen Kommentar!