Trauern mit Kindern - Buchtipp: Nie mehr Wolkengucken mit Opa? (Baumbach/Körting)
Buchtipps Familienleben

Trauern mit Kindern – ein Bilderbuch-Tipp

Wie versprochen, gibt es heute einen weiteren Beitrag zum Thema „Trauern mit Kindern“ – ein Thema, das mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt hat. (Den ersten Beitrag, in dem ich dir ein selbstgenähtes Mädchenkleid für die Beerdigung zeige, findest du hier.) Dieses Mal habe ich einen wundervollen Bilderbuch-Tipp für dich im Gepäck sowie eine kleine DIY-Idee für ein selbstgemachtes Erinnerungsbuch. Und eines steht fest: das ist nicht nur was für Kinder. Denn wenn man’s genau nimmt, sind wir doch alle irgendwie Kinder.

Zugegeben, meine Tochter versteht mit ihren 18 Monaten noch nicht viel vom Thema Tod. Aber das heißt nicht, dass sie es nicht trotzdem mitbekommt und auf ihre Weise mitfühlt, wenn andere trauern. Denn das Gefühl der Trauer ist ein elementares Gefühl. Es gehört zu jedem Leben dazu, für Menschen aller Kulturen sowie für Kleine und Große gleichermaßen.

Wenn Kinder etwas älter werden, können Bilderbücher zum Thema Tod helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen sowie Gefühle zu ordnen und zu verarbeiten.

Passend zum Thema „Trauern mit Kindern“ möchte ich dir heute ein Buch vorstellen. Es trägt den Titel Nie mehr Wolkengucken mit Opa? und ist eine wundervolle Geschichte für Kinder und Eltern über ein Thema, das ich bislang in keinem anderen Buch so rührend, kindgerecht und tröstend erzählt entdecken konnte.

Trauern mit Kindern - Buchtipp: Nie mehr Wolkengucken mit Opa? (Baumbach/Körting)

Mein Bilderbuch-Tipp: Nie mehr Wolkengucken mit Opa?

Die Autorin Martina Baumbach erzählt auf einfühlsame Weise, wie das Kindergartenkind Lilli den Tod und die Beerdigung ihres Opas erlebt. Gemeinsam mit ihrer Familie versucht sie den Tod zu verstehen und ihre Trauer zu verarbeiten.

Lillis Erlebnisse in dieser traurigen Zeit werden sehr lebensnah und kindgerecht im Verlauf des Bilderbuches erläutert: Angefangen mit einem Besuch im Krankenhaus, über die dunkle, leere Traurigkeit zu Hause, einen Ausflug ans Meer (obwohl Lilli doch eigentlich in den Kindergarten gehen müsste), die Beerdigung bei Regenwetter, die Trauerfeier, den tristen Winter, bis hin zum kommenden Frühling…

Die Illustrationen von Verena Körting schaffen durch den stimmigen Einsatz von Farben viel Raum für Emotionen. Ihre Darstellungen von Wolken am Himmel, dem rauschenden Meer und den blühenden Bäumen sind einfach wundervoll und ergänzen den Text auf ansprechende Weise.

Am Ende des Buches gibt es eine Doppelseite mit wertvollen Tipps für trauernde Kinder und Eltern.

Ich empfehle das Buch Nie mehr Wolkengucken mit Opa? ab dem Kindergartenalter, denn so ist die Identifikation mit der kleine Lilli besonders groß. Das Buch ist aber ebenso für Kinder im Grundschulalter empfehlenswert. Und was soll ich sagen – auch Erwachsene werden sich beim Lesen auf irgendeine Art und Weise wiedererkennen. Es ist einfach ein Buch für die ganze Familie.

Gedenkemein - Trauern mit Kindern - BuchtippsVergissmeinnicht - Trauern mit Kindern

Blumen: Gedenkemein und Vergissmeinnicht

Mein Erinnerungsbuch an einen lieben Menschen

Neben meinem Bilderbuch-Tipp, habe ich noch eine weitere Idee, die ich dir zum Thema „Trauern mit Kindern“ vorstellen möchte: Kreiere doch ein ganz eigenes und individuelles Buch mit Erinnerungen an den Menschen, der gestorben ist!

Selbst aktiv zu werden, kann eine große Hilfe beim Abschied nehmen sein. Wenn du die schönen, gemeinsamen Momente in deinem Erinnerungsbuch festhältst, kannst du sie dir von Zeit zu Zeit anschauen und musst keine Sorge haben, diesen Menschen zu vergessen.

Ein Erinnerungsbuch an einen lieben Menschen ist dein ganz eigenes Buch gefüllt mit Erinnerungen – Gedanken, Geschichten, Fotos, gemalten Bildern und kleinen Andenken. Und damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst, zeig ich dir zur Veranschaulichung mein neustes kreatives Hobby – das Sketchnoting! 🙂

Mein Erinnerungsbuch an einen lieben Menschen // Sketchnote // Trauern mit Kindern


Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links zum vorgestellten Bilderbuch, das ich aus ganzem Herzen empfehlen kann. Wenn du das Buch über einen Klick auf den Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir dabei hilft, die Kosten für meinen Blog zu decken.

  1. Liebe Isabel, einmal mehr wundervoll, wie du Themen ansprichst, die andere vielleicht lieber vermieden hätten, die aber genau deswegen so wichtig sind. Wie du finde ich auch, Kinder sollen trauern können und verstehen oft viel mehr, als Erwachsene denken. Das beliebte „Oma schaut jetzt vom Himmel zu uns herab“ ist zwar eine schöne Vorstellung, aber wirkt dem Trauern entgegen wie ich finde und entspricht so oft nicht dem heutigen Weltbild, oder? Wer heutzutage glaubt noch an Himmel und Hölle und geht so regelmäßig in die Kirche, dass sein Kind sich etwas unter „Himmel“ vorstellen kann…? Und was erzählen dann nicht gläubige Eltern? Ich finde auch deine Idee mit dem Erinnerungsbuch wundervoll und möchte eins für meine Oma anlegen. Sie ist zwar schon 2009 gestorben, aber sie fehlt mir jeden Tag und ich merke, dass die Erinnerungen verblassen. Liebes, wie so oft; danke für deine frischen und ehrlichen Ideen!

    • Isabel | bel macht blau

      Liebe Larissa,

      danke für diese lieben Worte! Ich denke auch, dass wir Kinder nicht unterschätzen sollten, schon gar nicht in Sachen Gefühle. Das Buch gibt wirklich viel Raum, um mit dem Thema umzugehen. Und natürlich finde ich es auch ganz wundervoll, dass du Lust bekommen hast ein Erinnerungsbuch für deine Oma anzulegen. Dafür ist es auch nie zu spät! Wenn du dich erstmal rangesetzt hast, wird dir bestimmt wieder ganz viel einfallen.

      Liebe Grüße,
      Isabel

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